Brunnen

Entdeckungen im tausendjährigen Döbeln

Schlegel- und Stiefelbrunnen prägen den Ober- und den Niedermarkt. Beide sind mittlerweile kleine Wahrzeichen der Stadt Döbeln. Es lohnt, ihre Geschichte etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

„Alles ist aus dem Wasser entsprungen! Alles wird durch das Wasser erhalten!“ wusste schon Johann Wolfgang von Goethe. Für Döbeln spielt das Wasser sowieso eine zentrale Rolle. Die Innenstadt liegt auf einer Insel und wird von zwei Armen der Freiberger Mulde umschlossen. Der Fluss ist für die Stadt Schicksal. Der wirtschaftliche Aufstieg Döbelns im 18. und 19. Jahrhundert war mit dem Fluss genauso verbunden, wie verheerende Hochwasser, die in der Stadt enormen Schaden anrichteten. Doch davon soll an anderer Stelle die Rede sein.

Heute wollen wir uns etwas genauer ansehen, wie das Wasser, kunstvoll inszeniert, aus zwei Brunnen plätschert, die, in prominenter Lage, das Stadtbild Döbelns prägen. Der Schlegelbrunnen auf dem Obermarkt und der Stiefelbrunnen auf dem Niedermarkt entstanden in ganz unterschiedlichen Zeiten, entwickelten sich aber beide schnell zu Sehenswürdigkeiten der Stadt. Beide stehen sie für das Bemühen der Bürgerschaft, ihre Stadt attraktiver zu machen.

Ein stückweit ist der ältere, der Schlegelbrunnen mit dem Taubenmädchen vor dem Rathaus, Ausdruck einer neuen Ära. 1912 wurde er der Stadt übergeben. Döbeln ging es wirtschaftlich so gut wie nie zuvor in seiner Geschichte. Das Gesicht der Stadt veränderte sich in den Jahrzehnten um die Jahrhundertwende rasant, der Wohlstand der Bürgerschaft wuchs, reiche Mäzene bedachten die Stadt mit großzügigen Schenkungen. Das Grundgesetz mit seinem Passus „Eigentum verpflichtet“ gab es noch nicht – die Erkenntnis, dass es ein edler Charakterzug ist, wenn man erworbenen Wohlstand für die Gemeinschaft einsetzt, schon.

Das war sicher auch Carl Schlegel, dem Stifter des Brunnens, bewusst, als er am 31. Mai 1910, dem Tag der Grundsteinlegung des neuen Döbelner Rathauses, bei seiner Schwägerin zu Besuch war. Der damals 83-jährige war in Döbeln geboren, verbrachte aber seinen Lebensabend in der Landeshauptstadt Dresden. Seiner Geburtsstadt blieb er immer verbunden und sah in der Umgestaltung des Obermarktes durch den Bau des neuen Rathauses eine gute Gelegenheit, sich einerseits in Döbeln zu verewigen und andererseits der Stadt etwas Gutes zu tun.

Johann Carl Gotthilf Schlegel (Sammlung Stadtarchiv Döbeln)

Carl Schlegel wurde am 14. Juni 1827 als Sohn eines Tischlermeisters in Döbeln geboren. Der Vater hatte seine Werkstatt in der Brauhausgasse. Der Sohn wuchs heran, machte eine Lehre als Kaufmann im Schokolade-Kakao- und Nährmittelwerk von Clemen und Sohn. Nach der Ausbildung arbeitete er als Beamter beim Vorschuß- und Discontoverein in Döbeln und wurde schließlich Mitinhaber einer Steingutfabrik in Colditz. Schlegel, berichten Bekannte, war ein „Arbeitstier“. Morgens kam er als Erster und abends ging er als Letzter. Vergnügungen empfand er als Zeitverschwendung und dem weiblichen Geschlecht konnte er nichts abgewinnen. Ob er schlechte Erfahrungen gesammelt hatte, wissen wir nicht. Was wir wissen, ist, dass er wie ein Asket lebte. Auch deshalb wuchs sein Vermögen von Jahr zu Jahr. Sein großer Traum war es, irgendwann 500 000 Mark zu hinterlassen. Die würde heute der Kaufkraft von ca. 2 Millionen Euro entsprechen. Die halbe Million schaffte er zwar nicht ganz, aber die ca. 440 000 Mark, die am Ende zu Buche standen, waren in jeder Hinsicht stattlich. Das dachten sicher auch die Verwandten von Schlegel, die besonders in seinen letzten Lebensjahren großes Interesse an ihm – und damit natürlich auch an seinem Vermögen zeigten. Doch Schlegel hatte klare Vorstellungen, was nach seinem Tod mit seinem Geld geschehen sollte. Die Familie spielt in diesen Überlegungen eine eher untergeordnete Rolle, Döbeln eine große. Schlegel traf sich mehrfach in Dresden mit dem Lehrer des Realgymnasiums Prof. Dr. Krantz, der auch im Döbelner Stadtrat saß, und dem juristischen Bürgermeister Döbelns, Richard Müller. Man beriet Details der Erbschaft und unternahm Besichtigungsreisen, die für den geplanten Brunnenbau Inspiration geben sollten. Für diesen hatte Schlegel 25 000 Mark vorgesehen. 25 000 Mark waren für die Erweiterung des Niederfriedhofs gedacht. Hier sollte für ihn, auch für 25 000 Mark, ein künstlerisches Grabmal errichtet werden. Weitere 25 000 Mark reservierte er für die Erneuerung und Ausschmückung sowie für den Unterhalt der Nicolaikirche. Der größte Teil seines Vermögens floss in eine Carl-Schlegel-Stiftung und kam gemeinnützigen sowie wohltätigen Zwecken zugute. Nur die Zinsen waren verfügbar und sollten für „Freistellen im künftigen Bürgerheim, vorzugsweise an Handwerksmeister, insbesondere an Tischler; zur Unterstützung Kranker und Bedürftiger der Stadt Döbeln; Beihilfe für Schüler und Schülerinnen Döbelner Schulen, zu deren beruflicher Aus- und Weiterbildung“ verwendet werden. Des Weiteren sollten die Gelder der Verschönerung der Stadt dienen, so für die „Einrichtung gemeinnütziger Anstalten, z.B. für den Bürgergarten und für ein Wintervolksbad“

Weihe des neuen Rathauses und des Schlegel-Brunnens 1912; auf dem Balkon des Ratssitzungssaales König Friedrich August III. von Sachsen (Sammlung Stadtarchiv Döbeln)

Damit diese Ideen auch wirklich nach seinen Vorstellungen umgesetzt werden, hatte Schlegel in seinem Testament verfügt, dass Bürgermeister Müller und Prof. Krantz als Testamentsvollstrecker fungieren sollen. Dafür sollten sie eine „angemessene Entschädigung“ erhalten, was später noch für Ungemach sorgen wird. Das Erbe Schlegels sorgt auf verschiedenen Ebenen für Ärger. Der beginnt gleich nach Schlegels Tod am 25. August 1910. So verklagt seine Nichte die Stadt Döbeln und behauptet, ihr Onkel wäre bei der Aufstellung des Testaments, zwanzig Tage vor seinem Tod, unzurechnungsfähig gewesen und die Vertreter der Stadt Döbeln hätten die Unterschrift förmlich von ihm erzwungen. Erst im Oktober 1911 erkennt Ida Otto, dass die Klage keine Aussicht auf Erfolg hat. Wegen der ärmlichen Verhältnisse, in denen sie lebt, werden ihr vom Erbe 20 000 Mark zugebilligt. Auch die Dresdner Haushälterin Carl Schlegels namens Marie Thomaschke beschwert sich. Schlegel wäre mit dem Wirtschaftsgeld so geizig gewesen, dass sie ihr „Hausmädchengehalt“ hätte zusteuern müssen, um alle Besorgungen machen zu können. Die 5000 Mark, die ihr Schlegel hinterlassen hatte, waren ihr deutlich zu wenig.

Festschrift zum Heimatfest 1954

Letztlich ergab eine Überprüfung, dass Carl Schlegel, als er die Stadt Döbeln als Universalerbin einsetzte, zurechnungsfähig war. Ein Glück für Döbeln. Streit gab es auch noch auf anderen Ebenen. So monierte der Stadtrat, dass die Aufwandsentschädigung, die sich die zwei Testamentsvollstrecker, Bürgermeister Müller und Realgymnasialoberlehrer Prof. Kranz hatten zuerkennen lassen, zu üppig wäre. Je 15 000 Mark sollten es sein. Ein Sturm der Entrüstung ging durch den Stadtrat. Reumütig reduzieren beide ihre Aufwandentschädigung auf 2500 Mark. Bürgermeister Müller spendet das Geld für „wohltätige Zwecke“ und betont, dass 2500 Mark für seine mühevolle Arbeit, die er mit der Schlegelschen Erbsache gehabt hätte, viel zu wenig seien. Professor Krantz war da schon, enttäuscht über das mangelnde Vertrauen, als Stadtverordnetenvorsteher und Stadtverordneter zurückgetreten. Watergate in Döbeln.

Jenseits von diesen Querelen erfreuten sich viele Arme, Alte und Kranke Döbelns der Zuwendungen aus der Schlegelschen Stiftung. Kranke konnten in Heilstätten behandelt werden und viele Kinder und Jugendliche mittelloser Eltern erhielten Gelder für eine Berufsausbildung. Der Bürgergarten wurde vergrößert und dem Verein „Volksbad“ ein Fond zur Errichtung eines Winterhallenbades zur Verfügung gestellt.

Postkarte zur 1000-Jahr-Feier Döbelns 1981

Doch die Segnungen der Stiftung währten nicht lange. Die Inflation nach dem Ersten Weltkrieg ließ das Stiftungsvermögen zusammenschmelzen. Nach Anwendung der Bestimmungen der Aufwertungsgesetze war es zwar möglich, ein neues Stiftungsvermögen aufzubauen. Dennoch waren die 16 284, 05 Reichsmark nur ein Bruchteil dessen, was dereinst Schlegel der Stadt vermacht hatte. Das Geld hatte sich verflüchtigt, geblieben war der Schlegelbrunnen auf dem Obermarkt.

Schlegel selbst hat seinen Brunnen nie gesehen. Aber als er 1910 starb, stand allerdings schon fest, dass für 25 000 Mark ein repräsentativer Zierbrunnen errichtet wird, der mit dem neuen Rathaus eingeweiht werden sollte. Auch eine Ausschreibung war bereits erfolgt. Im September 1910 gingen sechs Bewerbungen von namhaften Künstlern ein. Die Modelle für einen Marktbrunnen im Maßstab 1:5 wurden im Januar 1911 in der Aula der Schloßbergschule ausgestellt. Ein Preisgericht aus Bürgermeister Müller, Stadtverordnetenvorsteher Prof. Dr. Krantz und Oberlehrer Schieferdecker aus Döbeln sowie Stadtbaumeister, Geh. Baurat Licht aus Leipzig entschied sich für das Modell „Taubenbrunnen St. Marco“ des Leipziger Bildhauers Johannes Hartmann. Der Brunnen als solcher sollte in bayrischem Muschelkalk, die Figuren als Bronzeguss ausgeführt werden. Professor Hartmann, ein guter Freund Max Klingers, war damals unter den sächsischen Bildhauern schon eine „große Nummer“. Von ihm stammen zum Beispiel das Leipziger Schillerdenkmal und das Robert-Schumann-Denkmal in Zwickau. In den Jahren um 1910, ein glücklicher Umstand für die Muldenstadt, nahm Hartmann verschiedene Aufträge aus Döbeln an. Er schuf alle Plastiken, die das neue Döbelner Rathaus schmücken, gestaltete die Grabmale für Robert Tümmler und Carl Gotthilf Schlegel auf dem Niederfriedhof und eben den Taubenbrunnen auf dem Obermarkt.

Plakette zum Heimatfest 1954

Das Taubenmädchen soll die Verbundenheit Döbelns mit seiner ländlichen Umgebung symbolisieren. Es wurde als Linkshänderin dargestellt, was die von Herzen kommende Geste des Taubenfütterns unterstreichen soll. Und natürlich ist die Taube nicht irgendein Tier. In der christlichen Überlieferung steht sie für Frieden, Freiheit und den Heiligen Geist, der die Anwesenheit Gottes repräsentiert. Man kann davon ausgehen, dass viele Döbelner diese Symbolik sympathisch fanden. Hartmann griff die Taube auch im Inneren des Rathauses wieder auf. Als besondere Zugabe zum Figurenschmuck hatte der Bildhauer die Bronzefigur eines Knaben angefertigt, der eine Taube umklammert. Die Figur des unschuldigen Kindes, der schützend seine Hände um die kleine Taube legt, ist seit 1950 verschwunden, nur ein Foto erhielt sich. Geblieben ist der Brunnen auf dem Obermarkt.

Aus Dankbarkeit wurden an ihm ein Bildnis des Stifters und die Aufschrift „Schlegelbrunnen“ angebracht. Der Öffentlichkeit übergeben wurde der Brunnen anlässlich der Rathausweihe am 14. Oktober 1912. Die Gesamtausgaben für ihn betrugen 23 649,59 Mark. Es konnten von den vorhandenen Mitteln 1792 Mark und 68 Pfennige der Schlegelstiftung überwiesen werden.

Auch 110 Jahre nach seiner Errichtung plätschert der Brunnen mit dem Taubenmädchen vor dem Döbelner Rathaus. Er ist neben dem Riesenstiefel oft als Motiv für Döbeln verwendet worden, Besucher der Stadt fotografieren sich gern vor ihm. Ein Döbelner Original ist entstanden, untrennbar mit der Stadt verbunden. Um ihn herum pulsiert, an guten Tagen, das Leben.

Wer es ruhiger mag, der wird einen Besuch des Grabmals von Carl Gotthilf Schlegel auf dem Niederfriedhof nicht bereuen. Der Stifter hatte sich diesen Ort als letzte Ruhestätte ausgewählt. Nach einem Entwurf des Döbelner Stadtbaurates Richter gestaltete Johannes Hartmann ein Grabmal, das den Verstorbenen als Wanderer darstellt. Zu beiden Seiten in Stein gehauen stehen die Worte:

Der Pilger aus der Ferne
Zieht seiner Heimat zu
Dort leuchten seine Sterne
Dort sucht er seine Ruh.
Drum weckt ihn auch hinieden
Das Heimweh früh und spät,
Er sucht dort oben Frieden
Wohin sein Sehnen geht.

Grabmal Schlegels auf dem Niederfriedhof in Döbeln

Sollte durch das Taubenmädchen des Schlegelbrunnens die enge Verbindung Döbelns zu seiner ländlichen Umgebung verdeutlicht werden, stellt der Stiefelbrunnen auf dem Niedermarkt die Handwerkstradition der Stadt in den Vordergrund. Viele Jahrhunderte war Döbeln als Zentrum der Lederverarbeitung bekannt, unzählige Schuhmachermeister und kleine Schuhmanufakturen waren hier ansässig. Von der besonderen Handwerkskunst der Döbelner Schuhmacher zeugte der 1925 anlässlich der 600-Jahr-Feier der Schuhmacherzwangsinnung angefertigte Riesenstiefel, der als größter jemals hergestellter Stulpenstiefel Döbeln weithin bekannt machte. Von der Stiefelstadt Döbeln war fortan die Rede.

1994 fasste der Stadtrat einen Grundsatzbeschluss zur Neugestaltung der Fußgängerzone auf dem Niedermarkt. Am Schnittpunkt zwischen Niedermarkt und Breite Straße sollte ein Zierbrunnen errichtet werden. Offen war, wie der Brunnen aussehen soll. Fest stand nur, dass er ein Döbelner Thema aufgreifen würde. In den Tageszeitungen und im Stadtmagazin „Stiefel“ (!) wurden die Döbelner aufgerufen, zum Thema, zur Form und zum Material des geplanten Brunnens Vorschläge zu machen. Schnell wurde deutlich, dass die Geschichte des Döbelner Riesenstiefels favorisiert wurde.

1 - Bei einem Besuch im Atelier von Vinzenz Wanitschke konnten verschiedene Modelle des Stiefelbrunnen begutachtet werden.
2 - Großes Tonmodell für den Döbelner Stiefelbrunnens im Atelier des Künstlers.
3 - Vinzenz Wanitschke erläutert Bürgermeister Matthias Girbig das Modell des Brunnens.
Fotos: Stadt Döbeln

Im ersten Bauabschnitt der Umgestaltung des Niedermarktes im Jahr 2000 wurden die baulichen und technischen Voraussetzungen für den Brunnen geschaffen. Der Brunnen wurde ebenerdig als rundes Becken mit einem Innendurchmesser von 5,50 m angelegt. In der Mitte war ein 90 cm hoher Granitsockel vorgesehen, in den Wasserdüsen eingearbeitet waren und der eine Bronzeplastik des Riesenstiefels tragen würde. Die sollte die Entstehung des Riesenstiefels zeigen. An ihm arbeiten mehrere Handwerker und in der Mitte sitzt eine Frau, die Stroh in den Stiefel presst, damit er seine Form behält.

Auf 40 Zentimeter hohen Blöcken, die den Brunnenrand unterbrachen, sollten Kleinplastiken angeordnet werden - ein Gerberfass, ein schlafender Schuhmacher, der von einem Kind mit Wasser bespritzt wird, und die auf eine Lederrolle geschriebene Geschichte des Döbelner Riesenstiefels.

1 - Guss der Kleinfiguren für den Döbelner Stiefelbrunnen in der Kunstgießerei Lauchhammer.
2 - Den Brunnenrand verziert u.a. eine aus Bronze gegossene Rolle mit der Geschichte des Riesenstiefels.
3 - Das Team der Kunstgießerei Lauchhammer fertigte die Bronzefiguren des Stiefelbrunnens an.
Fotos: Stadt Döbeln

Der Dresdener Bildhauer Vinzenz Wanitschke, der für Hartha schon den Frosch-Brunnen angefertigt hatte, erstellte ein Modell des Stiefelbrunnens, das dem Döbelner Stadtentwicklungs- und auch dem Hauptausschuss des Stadtrates gefiel. Blieb nur noch die Frage der Finanzierung. Am 18. Januar 2000 rief Bürgermeister Matthias Girbig zu einer Spendenaktion auf. Alle Spender ab 300 DM würden auf einer Metalltafel und ab 3000 DM im Stiftungsverzeichnis des „Goldenen Buches“ der Stadt verewigt. Bis zum Jahresende 2000 brachten 115 Spender eine Summe von 108 722,30 DM zusammen.

Bis zur Fertigstellung der Vorlage für die Gießerei war es ein langer Weg. Fleißig und detailverliebt erstellte Vinzenz Wanitschke in seinem Pillnitzer Atelier nach dem Ideenentwurf im Maßstab 1:20 Modelle im Maßstab 1:10, 1:5 und schließlich 1:1. Von diesem Modell aus Ton fertigte man in mehreren Arbeitsschritten ein Gipsabdruck an, der als Vorlage für die Gießerei gebraucht wurde. Im März 2001 erfolgte der Bronzeguss der vielen Einzelteile des Brunnens in der Kunstgießerei Lauchhammer.

1-2 - Tiefbauarbeiten für den neuen Brunnen am Schnittpunkt Niedermarkt und Breite Straße.
3 - Ankunft des bronzenen Stiefels auf dem Granitpodest des Brunnens.
4 - Natürlich war Vinzenz Wanitschke bei der Installation der Bronzeteile vor Ort.
5-9 - Fotos von der Errichtung und Einweihung des Stiefelbrunnens.
Fotos: Stadt Döbeln

Das Ziel, den Brunnen zum Heimatfest 2001 erstmals der Öffentlichkeit vorzustellen, schien zum Erreichen nah. Und so kam es auch. Am 26. Mai 2001 weihten der damalige Bürgermeister Matthias Girbig und Vinzenz Wanitschke, beide barfuß im Wasser stehend, den Brunnen ein. Seitdem ist er eine beliebte Sehenswürdigkeit in der Döbelner Innenstadt und der beste Platz zum Verweilen, wenn man sich im Eiscafé Venezia gleich nebenan eine Kugel Schokoladeneis gegönnt hat.

Michael Höhme
"Traditions- und Förderverein Lessing-Gymnasium Döbeln" e.V.
16.12.2021

Quellen:
C. Schwender: Döbelner Heimatschatz, Band 6, 1927
Hans-Friedrich Seidel: Betrachtungen zum Döbelner Schlegelbrunnen. In: Stadt Döbeln (Hg.), Heimatschrift 1991, S. 25-32
Jürgen Dettmer: Döbeln – sein Riesenstiefel und Stiefelbrunnen. In: Sächsische Heimatblätter 4/5 2002, S. 226-231
Thomas Hanns: Der Stiefelbrunnen – ein neues Wahrzeichen für Döbeln. In: Döbelner Mosaik 2001, Beucha 2001, S. 30-33.















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