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Jahresendfiguren-Karussell

In den Geschichten aus unserer Heimatstadt Döbeln blättern wir meist längere Abschnitte in der Stadtchronik zurück. Dieses Jahr hätte sich auch die Völkerschlacht vor 200 Jahren bei Leipzig angeboten. Aber wir wollen nur eine kurze gedankliche Zeitreise in das Jahr 1983 unternehmen. Das bietet dem Autor des Artikels die Gelegenheit, aus seinem persönlichen Leben von A bis Z zu erzählen, also von A - wie Akteur bis Z - wie Zeitzeuge. So entstand gewissermaßen ein autobiografischer Beitrag, was dem inzwischen vorgerückten Alter des Erzählers angemessen erscheint.

Vorab für Jüngere und Nicht-Döbelner eine Erläuterung dazu, was mit dem Wortungeheuer „Jahresendfiguren-Karussell“ gemeint ist. Es handelt sich schlicht und ergreifend um die Weihnachtspyramide. Eben eine solche, die sich zu Weihnachten, angetrieben vom aufgeheizten Luftstrom brennender Kerzen in der heimischen Stube dreht. Es gibt sie auch als große Ausgabe, dann aber motorgetrieben auf den Weihnachtsmärkten unserer Region. Beide Ausführungen tragen auf ihren übereinander angeordneten Drehscheiben besagte „Jahresendfiguren“. Es sind Weihnachtsmänner, Nussknacker und Engel, um nur drei Spezies von der Art zu nennen, die sich langsam im Lichterglanz drehen.

Weihnachtspyramide (Prinzipskizze)

Legende zur Skizze

1. Brunnen Außenmaße 3100 x 4100 x 630 mm
2. Getriebemotor 0,55 kW, 100 min-1
3. Schneckengetriebe i = 38
4. 2 x 2 Gewindespreizen
5. erster Rahmen 2600 x 2600 mm
6. erster Figurenteller mit 6 Figuren Durchmesser 2200 mm
7. je Sektion vier zylindrische Rohrstreben
8. mittig an den vier Rahmenseiten der Rahmen 2, 3 und 4 eine Kerzenleuchte
9. zweiter Rahmen 2200 x 2200 mm
10. zweiter Figurenteller mit 5 Figuren Durchmesser 1800 mm
11. dritter Rahmen 1800 x 1800 mm
12. dritter Figurenteller mit 3 Figuren Durchmesser 1400 mm
13. je Sektion ein Drehachsenrohr mit Kupplungsflanschen
14. vierter Rahmen 1400 x 1400 mm
15. vierter Figurenteller mit 2 Figuren Durchmesser 1000 mm
16. Kopfrahmen 1000 x 1000 mm
17. Pyramidenspitze
18. Flügelrad mit 12 Flügeln Durchmesser 2700 mm


Ich glaube fest, dass es die Bezeichnung „Jahresendfiguren-Karussell“ nur in Döbeln gab. Sie ist der vor 30 Jahren herrschenden sozialistischen Ideologie in der DDR zuzuordnen. Von Seiten der zuständigen Staatsmacht gab es kein Zugeständnis, wenn es um religiös-kirchliche Motive und den damit verbundenen christlichen Hintergrund ging. Viel eher war man bereit, das uns fremd wirkende Brauchtum des großen Bruders in Moskau zu übernehmen. Dort kam zu Weihnachten Väterchen Frost und man feierte das Fest des Tannenbaumes. Die meisten DDR-Bürger scherte das wenig und man blieb beim alten deutschen weihnachtlichen Brauchtum.

In diese Zwickmühle geraten, versuchte man durch neue Begrifflichkeiten den religiösen Ursprung zu vertuschen. Dilettantischer ging es nimmer. Dabei tröstete uns nicht, dass man sich des deutschen Wortschatzes bemühte. Es war schlicht und ergreifend würdelos.

Zu Weihnachten kennen wir vor allem die Krippe mit dem Christuskind im Stall zu Bethlehem. Da ergibt sich die Frage, wo denn die Wiege der Döbelner Pyramide stand? Dazu kann ich einen ganzen Roman schreiben. Alles begann in einer großen Werkhalle an der Zschepplitzer Straße, wo sie gebaut und zum ersten Mal zusammengefügt wurde. Die Halle nahe der Autobahnauffahrt zur A14 in Döbeln-Nord gibt es noch heute, nur arbeiten die „Pyramidenväter“ nicht mehr darin.

24.11.1983 - Die unterste Sektion sitzt auf dem Brunnenrand.


Vor der Wiedervereinigung Deutschlands gab es in Döbeln 56 volkseigene Betriebe. Einer davon entstand 1955 und hieß zu Beginn VEB Zentrale Entwicklung-Konstruktion (ZEK) Mustermaschinenbau Döbeln. Die Produktionsstätte befand sich in einem größeren Gebäude des Döbelner Beschläge und Metallwerkes 1 (DBM) an der Schillerstraße. Dort, wo heute der ebenerdige Parkplatz unter den Verkaufsräumen von Kaufland ist, wurden jahrelang Maschinen gebaut. Die Zeichnungen dafür lieferte die betriebseigene Konstruktionsabteilung, welche in den Zeichensälen im Werk DBM 2 untergebracht war. Heute steht an der Grimmaischen Straße nur noch der markante Rundbau. In den vierzig Jahren, in denen unser Betrieb existierte, hatte er mehrfach einen neuen Namen erhalten. Die letzte Bezeichnung vor der Wende war VEB Haushaltsgeräte Karl-Marx-Stadt, Werk Döbeln. Das Ende der Produktion kam einige Jahre später. Mitte der 1990-er Jahre, unter der Leitung der Münchner Fabrikanten Brunner und der Bezeichnung Döbelner Maschinen und Anlagenbau GmbH, wurde dicht gemacht.Am Reißbrett stand ich bei „Ratio“ (ein weiterer Firmenname abgekürzt) von 1957 bis 1992. Anfang der 1970-er Jahre konnte der eigene Werkskomplex an der Zschepplitzer Straße errichtet werden. Er bestand aus einer großen Werkhalle mit Laufkränen, Lagergebäuden, Garagen und einem Heizhaus samt einem Wohnhaus für zwei Heizer. Als letztes Gebäude wuchs der dreistöckige Sozialbau in die Höhe. In ihm waren die Küche, der Speisesaal, die Verwaltung, die Technologieabteilung und ganz oben in den großen Sälen der Bereich Konstruktion untergebracht.

Zu Beginn bauten wir Pressen und Stanzautomaten. Später kamen Einzelmaschinen und Anlagen für die Schleif- und Poliertechnik, die Schweißtechnik und Montagearbeiten hinzu. Als sich die Mikroelektronik entwickelte, stellten wir die „eisernen Handlanger“, sprich Industrieroboter, als Bediener in unsere Produktion.

Die Betriebe unserer Kunden verteilten sich von den Hängen des Erzgebirges bis in den Berliner Raum. Wir waren sehr gefragt und erfolgreich. Es hätte noch lange Zeit so weitergehen können, doch mit der Wende war das Ende abzusehen. Die Werkzeugmaschinen standen still und die Montageplätze verwaisten ohne Personal. Ein Hauptgrund bestand darin, dass zahlreiche unserer Kundenbetriebe „abgewickelt“ wurden. Viele Arbeiter und Angestellte landeten im Altersübergang, in der Frührente oder wurden arbeitslos. Neben der Freude über die Wiedervereinigung gab es in diesem Fällen auch Traurigkeit und Ratlosigkeit.

Stück für Stück wächst die Pyramide in die Höhe.


Wie aber kam einstmals die Pyramide in unser Erzeugerprogramm? Normalerweise belieferten wir Betriebe, die zur Haushaltsgeräteindustrie gehörten. Das Produktspektrum reichte von der Herstellung von Bestecken, Kochtöpfen, Küchengeräten bis hin zu Kühlschränken, Waschmaschinen, Gasheizkörpern und Herden. Daneben gab es Anforderungen, welche über Maßnahmen aus dem Programm der territorialen Rationalisierung entstanden. Hier waren es Betriebe aus Döbeln und dem Altkreis, deren Wünsche gänzlich aus unserem Erzeugungsrahmen fielen.

Für entsprechende Beispiele, brauche ich nicht lange nachzudenken. Anfang 1981 beauftragte uns die Stadt, für die anstehenden Festlichkeiten zum tausendjährigen Bestehen Döbelns Stadttore zu entwickeln, die ihren Platz an der Ober- und der Niederbrücke sowie an der Staupitzmühle erhalten sollten. An jenen Orten, wo bis Anfang des 19. Jahrhunderts die echten Tore standen. Für die Gerüstkonstruktionen verwendeten wir Vierkanthohlprofile aus Stahl, die sich gut verarbeiten ließen und leicht handhabbar waren. Zur einfachen Montage boten sich würfelförmige Elemente an. Nach der Montage der drei Objekte vor Ort, brachte das Urgestein vom Döbelner Stadttheater, Herr Manfred Decker, mit seinen Bühnenarbeitern farblich gestaltet Kulissenteile an den Stahlkonstruktionen an. Es sah fast echt mittelalterlich aus.

Nach den Festlichkeiten sollten die Würfelrahmen weiter genutzt und zusammengefügt als Unterbau für Tribünen eingesetzt werden. Dazu mussten wir nur noch Treppen, Geländer und Fußbodentafeln entwickeln. Komplettiert wurde der Grundsockel mit Fahnentuch zur Verkleidung. Üblicherweise stellte jeder Konstrukteur die Festigkeitsberechnungen für seine Erzeugnisse selbst an. Bei der Tribüne ließen wir aber extra die Statik von Spezialisten nachrechnen. Bei dem Gedanken an eine Fehlkonstruktion und eine mögliche Havarie, bei der die Döbelner Politprominenz zu Schaden kommt, war es uns nicht ganz geheuer. Wie schnell hätten wir uns in einem Schadensfalle auf Staatskosten einen Aufenthalt hinter schwedischen Gardinen einhandeln können. Aber alles blieb über die Jahre intakt.

Betriebs-Elektromonteur verkabelt Pyramiden-Leuchten


Nun auf den Geschmack gekommen, kam aus dem Döbelner Rathaus die nächste Bestellung. Es handelte sich um eine Pyramide für den Weihnachtsmarkt, sprich ein „Jahresendfiguren-Karussell“. Als Mann für alle Fälle bekam ich von meinen Chef den Zuschlag für die Ausarbeitung der Konstruktion, zumal meine Devise „Dem Ingenieur ist nichts zu schwer!“ bekannt war. Rückblickend bleibt es eine große Herausforderung, denn mit derartigen Objekten hatten wir es bisher nicht zu tun.

Aber manchmal waren wir zur Winterzeit auf Montage im Erzgebirge. Dort bestaunten wir die schönen Pyramiden, die im Dezember auf den Weihnachtsmärkten standen. Oft bestand ihre Konstruktion aus Holz die mit Schnitzereien und Drechselarbeiten vervollständigt wurden, jedoch waren das nicht die Materialien von Maschinenbauern. Außerdem herrschte zu DDR-Zeiten ein geradezu gravierender Mangel an Holz. Also kam mir der Gedanke, die Pyramide aus montierbaren Hauptgruppen zu entwerfen, wo ich als Grundmaterial das bewährte Vierkanthohlprofil verwendete. Ganz nach dem Slogan: „Quadratisch, praktisch, gut!“ Auch wenn es diesem Spruch bei uns damals noch nicht so oft im Sprachgebrauch gab!

Ihren Stellplatz erhielt die Pyramide in der Süd-Ost-Ecke des Niedermarktes (damals Thälmannplatz) an der Breiten Straße. Dort, vor dem Thalwitzhaus, in dem einst der Spielwarenladen „Bummi“ untergebracht war, befand sich ein einfacher Brunnen. Er war rechteckig mit dem Maßen 3 x 4 x 0,6 Meter ausgelegt. Dazu hatte er einen glatten Rand aus geschliffenen Granitplatten. Im Sommer saßen in seinem flachen Wasser zwei Frösche aus Beton, die sich aus gespitzten Froschmäulern bespritzten. Die Pyramide sollte auf zwei gegenüberliegenden Brunnenseiten aufliegen und an zwei Brunneninnenwänden mit vier Spreizspindeln verankert werden. Ein durchaus geeigneter Ort für die Aufstellung eines über sechs Meter hohen Weihnachtsschmuckes.

Dem Konstruktionsprinzip lagen fünf quadratische Rohrrahmen übereinander angeordnet zu Grunde. Das Basismaß von 2600 mm verringerte sich mit jeder Etage um 400 mm. Die Pyramide hat mittig eine Lagerung für die Figurendrehteller und deren Antriebsrohre, die vom unteren Rahmen, wo sich der Antrieb befindet, bis zum Flügelrad reichen. Jeder Rahmen ist an seinen vier Eckpunkten mit dem darüber liegenden Rahmen mittels zylindrischer Rohrstreben verbunden und so fixiert. Unter dem untersten Rahmen, im Brunneninneren befindlich, sitzt der Pyramidenantrieb, bestehend aus einem Getriebemotor und einem Schneckengetriebe. Über dem obersten Rahmen befindet sich eine spitz zulaufende Lagerung des zwölfflügligen Pyramidenrades. Mittig an den Rahmenaußenseiten sind insgesamt zwölf Kerzenimitate, jeweils aus einem Rohr mit oben aufsitzender Kugelleuchte geformt, angebracht. Die Rahmenaußenseiten sind mit schmalen Brettern verblendet, an denen zierende Tannenzweige befestigt werden können. Außerdem können die zylindrischen Rahmenstreben mit Tannenzweiggirlanden umwunden werden. So geschmückt erhält die Pyramide ein Tannenbaumprofil, dessen Wirkung noch verstärkt wird, wenn Goldmarie bei Frau Holle fleißig ist und die Pyramide mit Schneeflocken einpudert. Im Brunnen gab es einen Stromanschluss für den Motor und die Lampen, der für festliches Licht und die gemächliche Pyramidendrehzahl von ca. 2,5 Umdrehungen pro Minute sorgte.

Die oberste Sektion mit Flügelrad und Stützstreben wird angefädelt.


So in Kurzfassung der Aufbau unseres eisernen Weihnachtsschmuckes. Übrigens eisern bis hin zum Baumschmuck an den Rahmenkanten. Er besteht aus Sternen, Tannenzapfen und Brezeln, die gleichfalls aus Blech gefertigt und bunt bemalt sind. Das Bauprinzip kann aus der dem Beitrag zugefügten Skizze samt Legende entnommen werden.

An einem Donnerstag, dem 24. November 1983 war es dann soweit, die Pyramide konnte zum ersten Mal auf dem Niedermarkt montiert und „angeschoben“ werden. Das Ereignis, verewigt mit Text und Foto finden Sie auf Seite 430 der Döbeln-Chronik.

Jede Menge Logistik, Personal und Gerätschaft waren für den Auf- und Abbau erforderlich. Zum Transport der Einzelteile und Sektionen reichte noch ein LKW mit Hänger. Für die Arbeiten in der Höhe war ein Multicar mit Hubkorb nötig. Zum Pyramidenaufbau stand ein Autokran auf dem Platz, der vom Kreisbetrieb für Landtechnik stammte. Ein B1000 von „Ratio“ brachte drei Monteure, einen Elektriker und den „Pyramidenvater“ Gerhard Heruth zum Niedermarkt. Hinzu kamen drei Kollegen der Stadtgärtnerei für das Anbringen des Tannenschmuckes, eine Multicar-Besatzung und schließlich noch ein Volkspolizist zur Regelung der Fahrzeugbewegungen in der Fußgängerzone. Nicht zu vergessen, eine wachsende Anzahl „Döbelner Volk“ verfolgte den Aufbau, der bis zum Nachmittag andauerte.

Endlich strahlte die Pyramide in ihrem Lichterglanz und drehte sich feierlich. Zusätzlich umgrenzte den Brunnen ein Jägerzaun. In den Freiräumen hatte man kleine Tannenbäumchen und Märchenfiguren aufgestellt. Ein rundum weihnachtlich festlicher Anblick.

Aber halt, bei der Aufzählung der technischen Details habe ich das Wichtigste fast vergessen - die Jahresendfiguren. Sie fertigte ein Drechslermeister aus Meißen an. Mit einer Größe von 90 Zentimetern aus Holz und bunt bemalt, waren sie prächtig anzusehen. Auf dem unteren Teller fahren sechs grimmige Nussknacker. Die zweite Scheibe ist mit drei Bergmännern und zwei Lichterengeln besetzt. Auf dem dritten Teller drehen sich ein Nachtwächter, ein Räuchermann und der legendäre Döbelner Fleischermeister mit der Döbelner Salami in einer Hand. Auf der obersten Scheibe befinden sich zwei Sternsinger. Insgesamt gehören 16 Figuren zur Reisegruppe der Pyramide.

Montage fertig, es fehlen noch die Figuren des 3. und 4. Figurentellers und der Tannenzweigschmuck an den Rahmenkanten und Stützstreben


Die erste Nacht nach dem Pyramidenaufbau habe ich unruhig geschlafen, denn über den Niedermarkt wehte damals ein kalter Wind und ich machte mir Sorgen um die Standfestigkeit meiner Konstruktion. Erleichtert konnte ich am nächsten Morgen feststellen, dass die gesamte „Mannschaft noch an Deck war“ und ihre Runden drehte.

Für das Montageteam von „Ratio“ hatte es sich im Laufe der Jahre eingebürgert, dass nach jedem Aufbau zum Mittagsessen in der ehemaligen „Bauernschänke“ an der Ecke der Schillerstraße Platz genommen wurde. Mit einem Bierchen auf eine pannenfreie Weihnachtszeit anzustoßen war Pflicht, denn schließlich wurde die Pyramide zuvor gut geschmiert.

Da unser Betrieb in den DDR-Zeiten gute Umsätze hatte und Gewinn machte, erhielt die Stadt Döbeln keine Rechnung. Das wurde dankend quittiert, denn letztendlich war ja damals fast alles „volkseigen“!

Seit der Wende gibt es ein anderes Pflege- und Aufbauteam. Mitte der 90-er Jahre konnte der Niedermarkt wieder in Döbelns „Gute Stube“ rückverwandelt werden. Der hässliche Ladenvorbau vor den Geschäftshäusern an der Marktsüdseite verschwand. Leider verschwand auch der Brunnen und unserer Pyramide fehlte somit das Fundament. An jener Stelle errichte die Stadt Döbeln im Mai 2001 den Stiefelbrunnen. Die Pyramide erhielt dafür einen zaunartigen Fundamentrahmen und kann jetzt überall aufgestellt werden. Durch diesen Unterbau wuchs sie auf über sieben Meter Höhe an. Weil vier weitere Kerzenlampen am neuen unteren Rahmen angebracht wurden, ist sie jetzt „sechzehnkerzig“. Die Kerzenform hat man neu gestaltet. Anstelle der Kugellampen leuchten jetzt Lampen in Form einer Kerzenflamme auf.


Anfangs stellte man die Pyramide an einem Endpunkt des Marktrondells auf dem Niedermarkt auf. Diesen Platz hat man später dann den Blechkarossen zum Parken zur Verfügung gestellt.

In den letzten Jahren gab es immer einen etwas kleinen aber feinen Weihnachtsmarkt vor dem Rathaus auf dem Obermarkt. Dort drehte sich nun die Pyramide unterhalb des Bürgermeistersbalkons neben dem Schlegelbrunnen. Man merkt wohl, Sie wetteifert mit dem großen Weihnachtsbaum um die Blicke der Marktbesucher. Zu denen gehören, natürlich dreißig Jahre älter geworden, die einstigen „Erbauer“ von „Ratio“.

Bei weiterhin guter Pflege, und derer bin ich mir gewiss, kann unsere Pyramide noch einige Jahre die Weihnachtsmarktbesucher in Döbeln erfreuen. Dann bin ich wohl selbst schon zur „geflügelten Jahresendfigur“ geworden und liege bäuchlings auf „Wolke 7“. Wenn ich dann auf das weihnachtlich verzauberte Döbeln schaue, denke ich, dass ich im Jahre 1983 am Reißbrett doch eine gute Idee hatte, als die Pyramide Gestalt annahm. Darüber voll zufrieden, schüttle ich mein Wolkenbettchen auf, wobei ein paar Schneeflocken nach unten segeln, als kleiner Gruß an meine Weihnachtspyramide.

Gerhard Heruth
"Traditions- und Förderverein Lessing-Gymnasium Döbeln" e.V.
Mitgliederinformation Nr. 45
Dezember 2013