Denkmale zum I. Weltkrieg

Entdeckungen im tausendjährigen Döbeln

Nach dem Ersten Weltkrieg gedachten die Döbelner mit Ehrendenkmälern den Gefallenen. Einige gibt es bis heute, andere verschwanden mit der Zeit.

Im Jahr 1918 fand der Erste Weltkrieg sein Ende. Er kostete fast zehn Millionen Soldaten das Leben und verletzte rund zwanzig Millionen. Europa war entsetzt über das Ausmaß der Zerstörung. Auch in Döbeln trauerten viele Familien um Söhne und Väter. Zum Gedenken an die Toten entstanden in mehreren Stadtteilen Denkmäler. Einige blieben erhalten, andere wurden im Verlauf der weiteren Geschichte wieder abgerissen. 2018 nahmen Schüler des Leistungskurses Geschichte mit ihrer Lehrerin Katrin Niekrawietz die Erforschung dieser Denkmäler in Angriff. Unterstützung erhielten sie von den Döbelner Heimatfreunden.

Döbelner Heimatfreunde im Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern des Leistungskurses Geschichte

Emma Grimme: Das Döbelner Nagelwappen

In den Jahren 1915 und 1916 fanden in Österreich-Ungarn und im Deutschen Kaiserreich zahlreiche Kriegsnagelungen statt, um die Heimatfront und den Durchhaltewillen der Bürger während des Ersten Weltkrieges zu stärken. Auch in Döbeln wurde ein solches Nagelwappen initiiert. Der Stadtverordnetenvorsteher und Rechtsanwalt Max Adler setzte sich seit September 1915 für die Entstehung eines Nagelwappens ein.

Am 22. Oktober 1915 genehmigte die Königliche Kreishauptmannschaft auf Antrag von Max Adler die Nagelung eines Schildes mit dem Döbelner und dem sächsischen Wappen, zunächst befristet bis Ende Dezember 1915. Der Erlös sollte bedürftigen Soldaten und ihren Angehörigen zugutekommen.

Döbelner Nagelwappen

Ein Ausschuss, bestehend aus Zigarrenfabrikant Barthel, Kassierer Weißenborn, Porzellanmaler Stein und dem Redakteur des Döbelner Anzeigers Zscherpel, wurde gebildet. Später kam Stadtbaumeister Richter hinzu. Der Ausschuss holte Kostenvoranschläge ein und beauftragte die Dresdner Firma G. Udluft & Hartmann mit der Ausführung.

Das Wappenbild wurde auf Lindenholz vorgezeichnet und die Punkte für die Einschlagnägel markiert. Nägel in fünf verschiedenen Farben und Preiskategorien standen zur Verfügung. Bürger konnten gegen eine Spende einen Nagel in das Holz schlagen. Der Erlös unterstützte bedürftige ortsansässige Kriegsteilnehmer, die sich auf Heimaturlaub befanden sowie Soldatenwitwen und -waisen.

Bürger spenden Geld

Das Kriegswahrzeichen ist 1,20 Meter hoch und 75 Zentimeter breit. Es hat eine geschweifte Form mit erhöhtem Rand. Die Umrahmung des Wappens und Teile der drei Torbogen wurden mit schwarzen Nägeln für jeweils 50 Pfennig benagelt, die Mauern der drei Türme mit grauen Nägeln für je 1 Mark und die Dächer und Fahnen mit roten Nägeln für je 3 Mark. Goldene Nägel wurden für den Hintergrund und freie Flächen verwendet und kosteten pro Stück 75 Pfennig. Die teuersten Nägel waren die 60 bis 70 Buckelnägel zum Preis von 6 Mark, die die schwarze Umrandung des Wappens verzierten. Alle Spenden wurden in ein Ehrenbuch eingetragen, das das Stadtmuseum erhielt.

Die erste Nagelung und Weihe des Kriegswahrzeichens fand am Sonntag, dem 30. Januar 1916, um 11 Uhr vormittags auf dem mit Flaggen geschmückten Obermarkt statt. Das Stadtwappen war vor dem Bismarckdenkmal aufgestellt. An der Feier nahmen die Spitzen aller hiesigen Behörden, Mitglieder der städtischen Körperschaften, das Offizierskorps der drei Bataillone unter Herrn Generalmajor de Vaux, evangelische und katholische Geistliche, Vertretungen des Königlichen Realgymnasiums und der städtischen Schulen, Abordnungen der hiesigen Vereine und Innungen, Damen und Herren der Bürgerschaft sowie zahlreiche Zuschauer teil.

Detailaufnahme des Döbelner Nagelwappens

Bis zur Fertigstellung des Nagelwappens wurde es im Rathaus in der Halle des ersten Stockwerkes aufgestellt und war von 10.30 Uhr bis 12.30 Uhr und von 14.30 Uhr bis 16.30 Uhr den Besuchern zur Nagelung zugänglich. Junge Mädchen beaufsichtigten
das Wappen während dieser Zeiten, das man ansonsten mit einem Umhang verhüllte. An Sonntagen bei schönem Wetter wurde das Nagelwappen während der Platzmusik vor dem Bismarck-Denkmal aufgestellt. Fristverlängerungen waren notwendig, weil das Wappen noch nicht vollständig benagelt war. Dies wurde mit der allgemeinen Notsituation während des Ersten Weltkrieges begründet. Die Döbelner Einwohnerschaft litt besonders unter der allgemeinen Teuerung von Konsumgütern.

Nägel einfach übermalt

Die Schlussnagelung fand schließlich am 21. Mai 1916 statt, womit das Kriegswahrzeichen fertiggestellt war. Am 25. Mai 1916 übergab man das Wappen mit dem Geld im Sitzungssaal des Rathauses an Stadtrat Dr. Mosebach. Der Reinerlös betrug 4345 Mark und 14 Pfennige. Dieser Ertrag floss der Stadtbehörde zur Unterstützung bedürftiger Soldatenfamilien zu. Das Nagelwappen wurde in der Eingangshalle im Aufgang des Rathauses angebracht.

Max Adler äußerte an diesem Tag die Absicht, später noch das sächsische Staatswappen zugunsten des „Heimatdankes Döbeln“ nageln zu lassen. Es sollten Friedensnägel eingeschlagen werden, als Erinnerung an die Söhne der Stadt Döbeln, die im Krieg gefallen waren. Dieses Vorhaben wurde jedoch nicht umgesetzt.

Für den Verbleib des Wappens von 1945 bis 1990 gibt es keine Angaben. Nach 1990 hing es an der Wand des großen Sitzungssaales im Rathaus. Seit November 2014 befindet es sich in der zweiten Etage des Rathauses. Leider wurde das Nagelwappen irgendwann übermalt, wodurch die ursprünglich farbigen Nägel nicht mehr erkennbar sind.

Lisa-Marie Kramer: Kriegerdenkmal am Geyersberg

Die Döbelner waren stets eifrige Denkmalsbauer und Denkmalsstürmer. Der Döbelner Bildhauer Otto Rost schuf 1922 das größte Kriegerehrendenkmal der Stadt auf dem Geyersberg. Nach der deutschen Niederlage im Ersten Weltkrieg entstand in den 1920er-Jahren das Bedürfnis, Kriegsgefallene zu würdigen. Die sozialen und wirtschaftlichen Folgen des Krieges machten ein früheres Handeln unmöglich. Von 1887 bis 1918 war Döbeln Garnisonsstadt für das 11. Königlich-Sächsische Infanterieregiment Nr. 139, das im Ersten Weltkrieg in Nordfrankreich und Flandern kämpfte und viele Tote zu beklagen hatte. Das Leben der Soldaten prägte die Stadtgeschichte und das Gedenken.

Stadtansicht Döbelns mit dem Kriegerdenkmal auf dem Geyersberg im Vordergrund.

Von der Idee bis zur Weihefeier

Im Januar 1921 schlug der Juwelier Johannes Johnson erstmals die Errichtung eines Kriegerdenkmals zur Ehrung der im Ersten Weltkrieg gefallenen Döbelner vor. Seine Beweggründe sind bis heute nicht bekannt. General Einert setzte sich für die Umsetzung ein und lud am 19. März 1921 zu einer Sitzung ein. Standortvorschläge waren anfangs der Wettinplatz, die Leipziger Straße und die Schillerhöhe. Die Beauftragung des Bildhauers Otto Rost stand zu diesem Zeitpunkt wohl bereits fest. Bürgermeister Müller, Pfarrer Keller, Stadtbaurat Richter und Oberst von Süßmilch nahmen ebenfalls an der Versammlung teil.

Dort teilte der Bürgermeister mit, dass die Stadt das erforderliche Gelände freigeben und die Kosten für Untergrundarbeiten und gärtnerische Anlagen übernehmen würde. Die Finanzierung hing jedoch auch von der Spendenbereitschaft der Bürger ab. Ein Beethovenkonzert des Döbelner Chorgesangvereins im Schützenhaus zeigte wenig später jedoch die große Spendenbereitschaft.

Der Aufruf half - 80 000 Mark sammelten die Döbelner für den Bau des Denkmals.

Ab Juli 1921 wurde auch der Geyersberg als möglicher Standort in Erwägung gezogen. Die Denkmalsanlage sollte die größte Döbelns werden und der unbebaute Geyersberg erfüllte dafür alle Voraussetzungen. Drei Modelle von Otto Rost standen zur Auswahl. Es gab jedoch Uneinigkeit über Gestaltung, Material, Kosten und eine mögliche Wettbewerbsausschreibung - Rosts Angebot war nämlich sehr kostenintensiv.

Auch mit Postkarten von Entwürfen Rosts zum Ehrenmal finanzierte man das Denkmal.

Trotz der Unklarheiten fand am 28. August 1921 die feierliche Grundsteinlegung statt. Der Tag war auch der Regimentstag des 139. Infanterieregiments. Dabei schien es Bürgermeister Müller ein Anliegen zu sein, dass „[…] die Grundsteinlegungsfeier auf dem Geyersberg kein militärischer Akt, sondern eine Weihestunde für die gesamte Bürgerschaft Döbelns und die erschienenen auswärtigen Gäste sein [soll]“.

Ein Festzug des Ausschusses des 139er Regiments, vorbei an bestehenden Denkmälern und dem Parkfriedhof, sowie eine abschließende Kranzniederlegung ergänzten die Veranstaltung. Im März 1922 genehmigte der Gesamtausschuss die Errichtung des Denkmals aus Rochlitzer Porphyr. Am 15. September 1922 begann Otto Rost mit dem Aufbau. Vorangegangen war diesem Schritt eine Begutachtung durch die Landesberatungsstelle für Kriegerehrungen. Rosts größtes Werk entstand mit Unterstützung von Architekt Franz und Bildhauer Hempel. Die wirtschaftliche Lage während der Bauzeit wurde jedoch schwieriger, da ab 1922 Warenmangel und eine steigende Inflation das Zeitgeschehen prägten. So stieg der Goldmarkkurs bis zum 15.11.1923 auf über 200 Milliarden Papiermark.

Die Weihezeremonie fand am 24. September 1922 im Rahmen der Wiedersehensfeier der 139er statt. Die Inflation erschwerte die Finanzierung, die durch einen fehlerhaften Kostenvoranschlag Rosts unterschätzt wurde. Die Endkosten beliefen sich auf rund 967.300 Mark, wobei Rost einen Teil der Kosten aufgrund seiner Fehlkalkulation selbst tragen musste. Eine besondere Würdigung erlangte das Denkmal und somit auch Otto Rost durch die Fertigung geprägter Porzellan-Münzen seines Werks in der Porzellanmanufaktur Meißen. Die Verkaufserlöse kamen dem Denkmalsfond zugute, was angesichts der Geldentwertung hilfreich war.

1924 fügte man dem Denkmal ein Heldenbuch der gefallenen Soldaten des Infanterieregiments 139 hinzu. Die Opferzahlen waren zu groß, um sie auf dem Denkmal zu verewigen.

Die Denkmalsanlage

Auf einem Sarkophag als Unterbau bildet ein Obelisk aus Porphyrblöcken den Mittelpunkt der Anlage. In diesen war die Kolossalgestalt eines deutschen Soldaten eingehauen, mit leicht gesenktem Kopf, Mantel und Stahlhelm, während er die Hände auf den Lauf eines Gewehres stützt. Modell stand dafür der Sohn des Gärtnereibesitzers Dietze, Unteroffizier Dietze. An den Seiten waren zum einen eine trauernde Frau und zum anderen eine Frau mit einem Kleinkind zu sehen. Sie symbolisierten das trauernde Volk sowie die Hoffnung. Eine vorgelagerte Steinplatte trug die Widmung „Den gefallenen Helden des Inf.-Regts. und der Stadt in einmütiger Dankbarkeit. 1914-1918“. Imposanter erschienen jedoch die in Stein gehauenen Ludendorff-Worte: „Die Toten führen zum Aufstieg“, welche möglicherweise Anlass für den späteren Abriss waren.

Nach dem Tod Otto Rosts entfernten Soldaten der NVA nach 1970 das einst zur Würdigung zahlreicher Gefallener errichtete Ehrenmal. Durch einen Zufall wurden 2014 einzelne Überreste des Denkmals entdeckt.

Laut Zeitzeugen war das Denkmal vom Sockel bis zum Ende der Stehle mindestens fünf Meter hoch. Es hatte für die Bevölkerung Döbelns und die Angehörigen der Gefallenen große Bedeutung - als ein Ort der Stille und des Gedenkens. Waldfried Rödel erinnerte sich noch genau, wie die Anlage und das Umfeld damals ausgesehen haben. Manche seiner Kindheitserinnerungen verbinden sich damit:
„Über einen geschlängelten Weg gelangte man vom unteren Steinbruchgelände aufwärts, vorbei an Gruppen von Fichten und Wiesenhängen. Auf der Straßenseite des Steinbruchs verlief ebenfalls zwischen den schon großen Laubbäumen ein etwas steiniger Weg in die Höhe. Oben angekommen stand man vor der schönsten Denkmalanlage Döbelns, errichtet zum Gedenken der Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Der Obelisk aus Rochlitzer Porphyr zeigte auf drei Seiten Bildnisse: einen Soldaten, eine trauernde Mutter und Frau mit Kind. […] Hinter dem Denkmal erstreckte sich ein großer Platz mit Ruhebänken. Hier durften sich Kinder nur in Begleitung Erwachsener aufhalten.“

Von der Denkmalspflege bis zum Abriss

Das Denkmal erhielt keine dauerhafte Würdigung. Kinder nutzten die Anlage als Spielplatz. 1938 erwog der Städtische Baurat „das Ehrenmal an einen besseren Platz zu verlegen und dabei eine Verbindung mit dem Urnenhain des Krematoriums“ herzustellen. 1939 kam der Wettinplatz wieder als geeigneter Standort in Betracht. Die Akte des Denkmals endet abrupt und über das weitere Bestehen der Gedenkstätte bis zu seinem Abriss fehlen Dokumente. In den 1960er Jahren verlor es zunehmend an Bedeutung. Hintergrund könnte die DDR-Regierung und der damalige Umgang mit dem Ersten Weltkrieg sein. Keiner kümmerte sich mehr um das Denkmal. Umstehende Bäume wurden heimlich zu Brennholz umgesägt, Baumaterial abgetragen.

Ende der 1960er Jahre forderte eine Kampagne in der Leipziger Volkszeitung den Abriss des Denkmals. Der Vorwurf lautete „Verhöhnung“ der Opfer durch das Ludendorff-Zitat „Die Toten führen zum Aufstieg“. Man wartete schließlich den Tod Rosts im Jahr 1970 ab, um noch im selben Jahr das Ehrenmal durch NVA-Soldaten entfernen zu lassen. Die Überreste lagen lange an einer Mauer in der Nähe des Krematoriums.

Das Denkmal wurde 1970 durch NVA-Soldaten entfernt.

2014 entdeckte man die Bruchstücke zufällig wieder. Sie lagern auf dem ehemaligen Kasernengelände, das der städtische Bauhof nutzte. Der Autor und Heimatforscher Rene Eichelmann informierte das Stadtarchiv und das Döbelner Stadtmuseum. Ein Wiederaufbau des Denkmals wäre nicht mehr zeitgemäß und würde wohl auch an der Finanzierung scheitern.

„Politik ist oft stärker als Kunst, auch wenn Politik selbst meist viel kürzer überlebt“, heißt es in einer Sammlung zu Otto Rosts Werken und seinem Wirken. Trotz des Abrisses werden die Angehörigen die Geschichten ihrer Verwandten in Ehren halten und an die Nachwelt weitergeben.

Chantal Elfert: Felix Gleisberg

Kriegsopfer als Teil der regionalen Erinnerungskultur

Felix Albert Gleisberg wurde am 22. November 1890 in Döbeln als Sohn des Metallwarenfabrikanten Moritz Emil Gleisberg geboren. Er lebte mit dem Vater, seiner Mutter Lina Marie Johanna Gleisberg und seiner Schwester Margarete in der Salzgasse 11. Über seinen frühen Bildungsweg ist wenig bekannt. Im März 1902 wechselte er mit elf Jahren auf das Königliche Realgymnasium in Döbeln. Aus dem Jahr 1906 gibt es Aufzeichnungen im „Censur-Buch für die Obertertia“ (Jahrgangsstufe 9). Sein Klassenlehrer Prof. Dr. Stiehler, der ihn in Englisch und Französisch unterrichtete, vermerkte 14 Einträge im Notenbuch und vergab schlechte Fleiß- und Betragensnoten. Mit einem Notendurchschnitt von 2,75 war Felix Gleisberg ein mittelmäßiger Schüler. Dies zeigten auch die Ergebnisse der „außerordentlichen Reifeprüfung“ 1911, auch Notprüfung genannt, die er mit der Note drei abschloss. Am 29. September 1911 verließ er das Gymnasium.

Als 1914 der Erste Weltkrieg begann, gab er sein Studium der Ingenieurwissenschaften an der TU Dresden auf und meldete sich freiwillig. Bald wurde er Leutnant des Reserve-Infanterie-Regiments 139. Verwundet kehrte er nach Döbeln zurück, ging aber bald wieder an die Front. Als Kompanie-Führer in einem Ersatz-Regiment beschrieb er in Briefen an die Familie seinen Burschen Walter Polster oft als Kameraden mit „echter deutscher Mannestreue". Diese Treue zeigte sich bald und machte die Geschichte beider unvergessen.

  • Felix Gleisberg mit seiner Schwester Margarethe

    im September 1913 bei der Silberhochzeit der Eltern

  • Felix Gleisberg in Uniform

    aufgenommen von der Photographischen Kunstanstalt J.O. Geilert Döbeln

Das Ende Gleisbergs und Polsters

Am 6. Mai 1915 stand ihre Kompanie bei Roszkowa Wola, im heutigen Polen, nahe dem Fluss Pilica. Felix Gleisberg und sein Bursche Walter Polster befanden sich auf vorgeschobenem Posten, als Leutnant Gleisberg einen tödlichen Lungenschuss erlitt und starb. Walter Polster, der seinen Leichnam bergen wollte, wurde ebenfalls tödlich getroffen. Gleisberg starb mit 24 Jahren, Polster war 19 Jahre alt.

Felix' Vater, Emil Gleisberg, der zufällig auf Geschäftsreise war und seinen Sohn besuchen wollte, konnte nur noch die Überführung der Leichname nach Döbeln veranlassen. Rund einen Monat später, am 10. Juni 1915, wurden sie um 17 Uhr auf dem Niederfriedhof beigesetzt. Die Trauerfeier war gut besucht, besonders die Teilnahme der Schülerschaft des Königlichen Realgymnasiums mit der Schulfahne wurde gewürdigt. Felix Gleisberg erhielt postum das Ritterkreuz Zweiter Klasse des Albrechtsordens mit Schwertern, und Walter Polster die Friedrich-August-Medaille. Beide erhielten zudem das Eiserne Kreuz Zweiter Klasse.

Traueranzeige für Felix Gleisberg und Walter Polster
Grabmal kurz nach der Einweihung 1916 im oberen Teil des Niederfriedhofs

Das Grabmal Gleisbergs

Das vom Döbelner Bildhauer Prof. Otto Rost geschaffene Grabmal ist heute noch im oberen Teil des Niederfriedhofes zu sehen. Es zeigt zwei Soldaten mit Stahlhelm – Gleisberg und Polster. Einer liegt mit schmerzverzerrtem Gesicht, während sich der andere über ihn beugt und ihm zu helfen versucht. Die Darstellung hält den Moment, kurz bevor Polster tödlich getroffen wird, fest. Das Grabmal markiert die Stelle, an der die beiden Gefallenen nebeneinander bestattet wurden.

Auch heute finden sich noch Zeichen der Erinnerung in Form von Kerzen und Kränzen am Grabstein. Die Inschrift lautet: „Ich hat einen Kameraden“. Auf der Rückseite steht: „Sie stürmten, siegten und fielen für uns“.

Das Grabmal hat die Zeiten überdauert. Es beeindruckt auch heute noch durch die lebensechte Darstellung der beiden Soldaten.
Otto Rost (1887-1970)

Exkurs: Otto Rost

Otto Rost, geboren am 16. Juni 1887 in Keuern bei Döbeln, durchlebte vier Staatsformen. Als Sohn einfacher Arbeiter im Königreich Sachsen geboren, entwickelte er Interesse an der Kunst durch den Arbeiterfortbildungsverein in Döbeln. Er begann seine künstlerische Ausbildung an der Kunstgewerbeschule in Dresden. Dank eines Stipendiums der Stadt Döbeln schloss er sein Studium zu Beginn des Ersten Weltkrieges ab. Nach freiwilligem Militärdienst und Freistellung begann er 1916 sein Studium bei Prof. Georg Wrba, einem bedeutenden deutschen Bildhauer des 20. Jahrhunderts. Nach einer Unterbrechung durch Fronteinsatz und Gefangenschaft in Frankreich setzte er 1919 sein Studium fort.

Nun stellte die Weimarer Republik den Rahmen für sein künstlerisches Betätigungsfeld dar. Trotz der aufkommenden künstlerischen Moderne erhielt er zu dieser Zeit eine solide handwerkliche Ausbildung im alten Stil. In dieser Zeit entstand sein bis dahin größtes Werk, das Kriegerehrendenkmal in Döbeln. Zahlreiche weitere Arbeiten von ihm sind in der Stadt zu finden, darunter die Plastiken vor dem Döbelner Stadtbad.

Während der NS-Zeit verbesserte sich seine wirtschaftliche Lage durch zahlreiche Staatsaufträge, was auch auf seinen NSDAP-Beitritt 1933 zurückzuführen ist. Er arbeitete als Lehrer für Bildhauerei an der Kunstakademie in Dresden, die am Ende des Zweiten Weltkrieges durch die Bombardierung der Stadt zerstört wurde.

Nach dem Krieg passte er sich politisch an, um seine künstlerische Tätigkeit fortsetzen zu können. In der sowjetischen Besatzungszeit erhielt er viele Aufträge für Ehrendenkmäler. Im Alter von 72 Jahren kehrte er nach Döbeln zurück, wo ihm mit einem Platz im Feierabendheim in der Nordstraße und mit einem eigenen Atelier im Rathaus günstige Bedingungen für den Ausklang seiner Karriere geboten wurden.

Elaine Tichy: Denkmal für die gefallenen Turner

„Denkmalweihe. Wer am Sonntag Vormittag seinen Weg nach dem Bärental nimmt, wird Musik und Gesang […] vernehmen. Auf dem Turnplatz aber findet eine weihvolle Feier statt“.

Mit diesen Worten kündigte der „Döbelner Anzeiger und Tagesblatt“ die Weihung eines Denkmals auf dem Turnplatz der Bärental-Turnhalle in Döbeln an. Im Rahmen der 75. Jubiläumsfeier des Allgemeinen Turnvereins Döbeln wurde am 3. September 1922 das Ehrenmal für die 70 gefallenen Turner aus Döbeln eingeweiht.

Turnhalle des Turnvereins Döbeln im Bärental um 1917.

Das Denkmal ist 3,80 Meter hoch und hat einen Durchmesser von 4,40 Metern. Sein Sockel besteht aus zwei steinernen Stufen von jeweils 20 Zentimetern Höhe. Das Fundament ist einen Meter tief. Der Hauptteil des Denkmals besteht aus Porphyr und erinnert an eine Pyramide. Neben der Inschrift befinden sich das Eiserne Kreuz und das Turnzeichen, umrankt von Eichenlaub.

Skizzen des Denkmals nach einem Entwurf von Werner Retzlaff.

Kurz nach dem Ende des Ersten Weltkrieges rief der Allgemeine Turnverein Döbeln, gegründet 1847, zur Errichtung eines Denkmals auf. Im März 1922 schrieb der Turnrat: „Heuer muss es wahr werden! Oft schon haben wir alle davon gesprochen. Auch wir wollen unseren Toten aus dem Weltkriege – 70 Döbelner Turnbrüder – ein [Ehrenmal] auf unserem Bärental-Turnplatz setzen. Turnbrüder, Turnschwestern, wir wollen sie nicht vergessen! […]. Durch Pflicht- und freiwillige Beiträge sollen die Mittel aufgebracht werden“. Daraufhin gründete sich ein Ausschuss, der die Planung und den Bau des Denkmals übernahm.

Im Mai 1922 traf sich der Ausschuss erstmals. Johannes Bose, Vorsitzender des Turnvereins, berichtete ausführlich über die Planung des Denkmals. Die Anwesenden stimmten einstimmig für einen Aufruf zur freiwilligen Mithilfe. Der Turnrat und der Ausschuss erhielten die Entwürfe für das Denkmal. Man entschied sich für den Entwurf des Turnvereinsmitglieds und Architekten Werner Retzlaff.

Exkurs: Werner Retzlaff

Werner Franz Ferdinand Retzlaff wurde am 19. April 1890 in Wiehle bei Bromberg geboren. Er studierte an der Hochschule für bildende Kunst in Dresden und schloss sein Studium als Diplom-Architekt ab. 1919 gründete er ein erfolgreiches Architekturbüro mit Sitz in Döbeln sowie Leipzig und Berggießhübel. Seit 1919 war er Mitglied des Bundes Deutscher Architekten und trat später in die NSDAP ein. Retzlaff entwarf 1922 das Turner-Denkmal sowie zahlreiche Gebäude in Döbeln, darunter die Schokoladenfabrik, das Stadtbad und das Centraltheater. 1939 zog er nach Berlin und erstellte nach dem Zweiten Weltkrieg Gutachten zu kriegszerstörten Gebäuden. Am 8. Februar 1960 verstarb Retzlaff in Berlin-West.

Der Architekt Werner Retzlaff war selbst Mitglied im Turnverein. Sein Entwurf überzeugte und das Denkmal entstand nach seinen Plänen.

Durch Spenden kamen insgesamt 528.311,05 Mark zusammen. Für den Bau des Denkmals wurden jedoch nur 116.873,60 Mark benötigt. Der Überschuss kam dem Allgemeinen Turnverein Döbeln zugute. Im Juli 1922 erhielt der Bildhauer Hermann Dittrich den Auftrag, die Inschrift des Denkmals zu gestalten. Dittrich besaß ein Bildhauer- und Steinmetzgeschäft in Döbeln und gehörte zu den Werkstätten für Denkmals-Kunst. Der Ausschuss entschied sich für die Inschrift: „Dem ehrenden Gedenken unserer siebzig gefallenen Turnbrüder. Den Lebenden zur Mahnung“.

In den darauffolgenden Tagen begannen die Bauarbeiten für das Denkmal. Baumeister Otto Eulitz und zahlreiche freiwillige Helfer beteiligten sich am Bau. Turner und Turnerinnen führten die Erdausschachtungen durch, stellten das Fundament her, verluden und entluden Sand, Kies und Steine und holten den benötigten Porphyr aus Rochlitz. Viele Materialien stammten von Döbelner Firmen oder wurden von ihnen gesponsert. Reinhold Wagner beispielsweise, dessen Blumen- und Gartengeschäft noch in weitergeführter Generation bis 2017 bestand, stellte Grassamen zur Verfügung. Steine und Kies bezahlte Carl August Clemen, der eine Schokoladen-, Kakao- und Nährmittelfabrik besaß.

Vom 1. bis 4. September 1922 fanden die Veranstaltungen anlässlich des 75. Jubiläums des Allgemeinen Turnvereins Döbeln statt. Am 3. September 1922 wurde das Ehrenmal geweiht. Erwachsene und Kinder versammelten sich feierlich am Turnplatz im Bärental. Pfarrer Hoffmann hielt die Weiherede, in der er den Frieden würdigte und den Tod der Mitglieder zur Mahnung machte. Er beendete seine Rede mit den Worten: „Friede sei mit Dir, oh Du Ehren-Denkstein der Turngemeinde“. Nach der Weiherede legten die Anwesenden zahlreiche Kränze am Denkmal nieder. Auf vielen Trauerschleifen stand „Ihr starbt für uns“.

Turner-Denkmal am Tag seiner Einweihung am 03. September 1922
Turner-Denkmal heute - Seit 2000 wird die benachbarte Turnhalle nicht mehr genutzt. Momentan verfällt das Denkmal daneben leider Stück für Stück.

Seit dem Jahr 2000 steht die Bärental-Turnhalle leer. Das Denkmal auf dem Gelände neben der Turnhalle existiert noch, ist jedoch in Vergessenheit geraten und wirkt heute verwahrlost. 2014 kaufte Marcel Schliebe das Gelände. In der einstigen Turnhalle sollten nach ersten Plänen bis zu 36 Oldtimerfahrzeuge privat untergestellt, gewartet und gepflegt werden. Nun sollen Wohnungen in dem Gebäude entstehen. Die Zukunft des Denkmals ist weiterhin ungewiss. Es sollte jedoch wieder mehr Aufmerksamkeit erhalten, damit den 70 gefallenen Turnern des Allgemeinen Turnvereins Döbeln weiterhin Ehre erwiesen werden kann.

Hanna Rose Bergmann: Ehrenmal am Gymnasium

Im Sommer 1914, als der Erste Weltkrieg begann, zweifelte kaum jemand an einem schnellen Sieg des Deutschen Reiches. Die Kriegsbegeisterung trieb viele junge Männer dazu, sich freiwillig zu melden, um für ihre Heimat zu kämpfen. Doch bald schon mussten die ersten Gefallenen beklagt werden. Die Hoffnung auf einen raschen Sieg schwand. Auch Schüler des Königlichen Realgymnasiums und der Höheren Landwirtschaftsschule zogen in den Krieg. Die Schule hatte, wie viele andere Einrichtungen auch, Gefallene zu betrauern.

Die Kriegsfreiwilligen des Königlichen Realgymnasiums Döbeln 1914: Zimmer, Würker, Heinrich, Kiggenhahn (Infanterie Regiment Nr. 139), Klüwer, Hahn (Königlich Sächsisches Karabiner-Regiment), Oehmichen, Wittig. Mindestens 198 namentlich bekannte ehemalige Schüler sterben im Ersten Weltkrieg. (Foto: Schularchiv Lessing-Gymnasium Döbeln)

Zur Geschichte des Ehrenmals

Am 5. Juli 1919, zum 50-jährigen Bestehen der Schule, weihte man das Ehrenmal für die gefallenen Schüler ein. 1600 Gäste nahmen an der Zeremonie teil. Ehemalige Schüler stifteten das Denkmal, das links vor dem Haupteingang des Gymnasiums steht.

Einweihung des Denkmals 1919

Exkurs: Franz Oswin Hempel

Der Architekt des Denkmals, Oswin Hempel, war ebenfalls Schüler der Schule. Geboren am 13. Februar 1876 in Oberlützschera bei Döbeln, starb er am 19. August 1965 in Dresden. Seine Geburtsurkunde liegt im Standesamt Kiebitz vor, und wurde am 15. Februar 1876 ausgestellt.
Aus dieser lässt sich entnehmen, dass Agnes Minna Hempel geb. Nietzsche und der Gutsbesitzer Hermann Franz Hempel seine Eltern waren. Beide gehörten der evangelischen Konfession an und wohnten in Oberlützschera Nr. 3.

Oswin Franz Hempel (1876-1965)

Hempel ist unter der Nummer 1047 im Hauptbuch der Schule vermerkt und besuchte diese von Ostern 1886 bis Ostern 1892. Unter dem Stichpunkt "Bestimmung", der den Berufswunsch verrät, ist Landwirt angegeben. Unter "Bemerkung" steht, dass er ein "Freiwilligenzeugnis" erhalten hat. Ab 1897 studierte er Architektur an der Technischen Hochschule Dresden sowie an der Akademie der Bildenden Künste Dresden. Zu seinen Lehrern zählten unter anderem Paul Wallot und Karl Weißbach. Ab 1901 begann Hempel zusätzlich ein Malereistudium in München.

In Dresden war er ab 1903 als Mitarbeiter der Deutschen Werkstätten für Handwerkskunst tätig. Ab 1904 arbeitete er als Assistent in der Hochbau-Abteilung der Technischen Hochschule Dresden. Während dieser Zeit unternahm er zahlreiche Studienreisen, unter anderem nach England und Belgien. Im Jahr 1907 wurde er Professor an der Technischen Hochschule Dresden und übernahm dort 1920 die Professur für Freihand-, Ornament- und Figurenzeichnen, die zuvor Fritz Schumacher innehatte.

Am 1. Dezember 1937 beantragte Hempel die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres als Mitglied aufgenommen. Aufgrund seiner Parteimitgliedschaft wurde er 1945 entlassen. Franz Oswin Hempel war Ehrendoktor der Technischen Hochschule Dresden und Mitglied sowohl im Deutschen Werkbund (DWB) als auch im Bund Deutscher Architekten (BDA).

Zu seinen Bauten und Entwürfen zählen unter anderem:
1913: Villa der Textilfabrikanten-Familie Wolf mit Park in (Freital-)Hainsberg
1914: architektonische Gestaltung des Schillerdenkmals auf dem Albertplatz
1925-1930: Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs auf dem alten Friedhof in Wurzen
1927-1929: Apostelkirche mit Gemeindezentrum in Dresden-Trachau
1934-1937: Holzhäuser in Hellerau
1937: Mitarbeit an der Evangelischen Lutherkirche in Crimmitschau-Leitelshain
1961-1962: Anstaltskirche des Diakonissenhauses in Dresden-Neustadt

Beschreibung des Denkmals
Das Ehrenmal aus Sandstein besteht aus fünf Tafeln mit den Namen der gefallenen Schüler.
Ein Gebälk, gestützt von zwei Säulen, krönt das Denkmal. Es vereint Elemente der griechischen Architektur und des Jugendstils, wie die Ornamente im oberen Teil der Sockel und am oberen Teil des Gebälks. Zwei Figuren, ein Engel mit Fackel und ein Soldat mit Schwert, symbolisieren Mut der Soldaten im Kampf und das Gedenken an sie. Das Ehrenkreuz, welches auf Bestreben des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg gestiftet wurde, ist ebenfalls zu sehen. Es war die erste staatliche Auszeichnung zur Erinnerung an den Ersten Weltkrieg. Der Name des Architekten Franz Oswin Hempel steht an der linken Außenseite.

Das Denkmal nennt die Namen aller gefallenen Schüler des „Staats-Realgymnasiums und der höheren Landwirtschaftsschule zu Döbeln" von 1914 bis 1919. Insgesamt starben 198 Schüler im Ersten Weltkrieg: 38 im Jahr 1914, 26 im Jahr 1915, 33 im Jahr 1916, 37 im Jahr 1917, 57 im Jahr 1918 und 7 noch im Jahr 1919.

Denkmal als Erinnerungsort
Besonders in der Zeit der Weimarer Republik, aber auch später, war das Gedenken an die gefallenen Schüler der Schule ein fester Bestandteil im Schulalltag. Es gehörte zur Tradition, dass die Abiturienten nach bestandener Reifeprüfung in ehrendem Gedenken Kränze am Ehrenmal niederlegten. Seit der Neugründung des "Traditions- und Fördervereins Lessing-Gymnasium Döbeln" e.V. im Jahr 1991 werden immer im Herbst zum Vereinstreffen Kränze am Ehrenmal niedergelegt.

Detailaufnahme - Namen von gefallenen Schülern

Bedeutung des Denkmals

Das Ehrenmal besitzt einen besonderen Stellenwert. Es hat als einziges Gefallenendenkmal Döbelns die Zeit überdauert, obwohl es auch Versuche der Beseitigung gab. Seit 1991 pflegt und erhält der Traditions- und Förderverein der Schule das Denkmal.
Auch Spenden, vor allem aus den alten Bundesländern, und die Unterstützung durch das Schulamt Döbeln sowie die Denkmalschutzbehörde Leipzig sorgten dafür, dass das Denkmal in einem würdigen Zustand blieb.

Heute dient das Denkmal als Mahnmal und zeitgeschichtliches Zeugnis, denn es gibt einen Einblick in die gesellschaftlichen Hintergründe. Es fordert zur Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, im speziellen der des Gymnasiums, auf. Die Menschen sollen über den Inhalt des Denkmals nachdenken. Bei Ehrungen wird der Bezug zu den Opfern betont, um einen symbolischen Dialog zwischen dem Denkmal und den Bürgern zu schaffen.

100 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg stehen heute Partnerschaften zwischen europäischen Staaten und Schulen im Fokus. Das Lessing-Gymnasium pflegt etwa eine langjährige Partnerschaft mit einer Schule im französischen Évron – vor 100 Jahren wäre das undenkbar gewesen.

Das Denkmal im Jahr 2025.
Auch heute werden Kränze am Denkmal niedergelegt. Sie sollen an die ehemaligen Schüler und Lehrer, die im Ersten Weltkrieg ums Leben kamen, erinnern.

Quellen:
Das Döbelner Nagelwappen – Ein Zeichen für die Opfer des Krieges
o.A.: Kriegsnagelungen. URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kriegsnagelungen
Akten des Stadtrates zu Döbeln, die Nagelung von Kriegswahrzeichen betreffend
Döbelner Anzeiger vom 01. Feb. 1916

Kriegerdenkmal am Geyersberg
Dettmer, Jürgen: Döbelner Denkmäler und Zeitzeugen – ein besonderes Kapitel der Heimatgeschichte, S.96-107. In: Döbelner Mosaik, Beucha 2004
Hoyer, Jens: Auf der Spur der Steine. Döbelner Anzeiger, 24.01.2014
Knüppel, Ernst-Gunter: Otto Rost Leben und Werk 1887–1970. Sächsischer Bildhauer in Dresden und Döbeln. Leipzig 2006
Schwender, Carl Clemens: Döbelns Denkmäler, S. 188-196. In: Döbelner Heimatschatz, Sammlung heimatkundlicher Aufsätze des „Döbelner Erzählers“, 6. Band, Döbeln 1927
Seidel, Hans Friedrich: Döbeln – Begräbnisstätten von frühester Zeit bis in die Gegenwart. Heimatgeschichtliche Beiträge III. Naumburg 1993
Dokumente aus Akten des Rates der Bezirksstadt Döbeln, Das Kriegerehrendenkmal auf dem Geyersberg (1921)
A.d.R.d.BS.D, Blatt 25 zit. nach Bürgermeister Müller in einem Brief an General Einert
Akten des Rates der Bezirksstadt Döbeln, Das Kriegerdenkmal auf dem Geyersberg (1921), Blatt 149
Rödel, Waldfried: Döbelner Allgemeine vom 16.06.2004

Das Leben des Felix Gleisberg – Ein wichtiger Bestandteil der regionalen Erinnerungskultur
Hauptbuch der Schule (Lessing-Gymnasium), Quelle: Geburteneintrag Nr. 644, Censur-Buch für Obertertia 1906, 43. Jahresbericht des Königlichen Realgymnasiums zu Döbeln 1912
Döbelner Anzeiger vom 11.06.1915, vom 12.06.1915 und vom 08.05.1915
Heldenbuch der Stadt Döbeln, Nr. 107
Seidel, Hans Friedrich: Döbeln – Begräbnisstätten von frühester Zeit bis in die Gegenwart. Heimatgeschichtliche Beiträge III. Naumburg 1993

Denkmal für die gefallenen Turner
Dettmer, Jürgen: Döbelner Denkmäler und Zeitzeugen – ein besonderes Kapitel der Heimatgeschichte, S.96-107. In: Döbelner Mosaik, Beucha 2004

Ehrenmal für die gefallenen Schüler des Realgymnasiums
o.A.: Oswin Hempel. URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Oswin_Hempel (
46. Jahresbericht „Königliches Realgymnasium und höhere Landwirtschaftsschule“ zu Döbeln, Döbeln. Buchdruckerei von Adolph Thallwitz Döbeln
Verein ehemaliger Döbelner Realgymnasiasten und Landwirtschaftsschülern Döbeln (Hg.):
Festschrift zur Feier des 50-jährigen Bestehens des „Staats-Realgymnasium und der höheren Landwirtschaftsschule zu Döbeln“ am 5. und 6. Juli 1919
Stadtarchiv Döbeln
Geburtsurkunde Franz Oswin Hempel; Kiebitz, Nr. 6 / 1876