Stickrahmen und Hutschachteln: Die Holzwarenfabrik Max Habenicht
Karl Habenicht war auf seiner Wanderschaft nach Döbeln gekommen. Er betrieb in der Bäckerstraße 13 viele Jahre eine Rahmenfabrikation und fertigte Spiegel- und Bilderrahmen aller Art.
Sein Sohn Max erlernte das Drechsler- und Bildhauerhandwerk von seinem Vater. Zunächst fertigte er für die Firma Liebscher Pfeifenrohre aus Ebenholz. Da dies allein nicht ausreichend rentabel war, begann er am Körnerplatz 17 mit der Herstellung von Stickrahmen.
1919 übernahm er die Gebäude der ehemaligen Feldschlösschen-Brauerei an der Waldheimer Straße. Dadurch konnte er Drechslerei, Lackiererei, Schälerei sowie Trocken- und Plattenräume an einem Standort vereinen und die Produktion deutlich erweitern. Neben Stickrahmen stellte er zunehmend Erzeugnisse aus Sperrholz her, darunter Hutschachteln, Gehäuse für Jazzbandtrommeln sowie Stuhllehnen und Stuhlsitze.
Die Herstellung einer Hutschachtel aus Sperrholz erfolgte damals überwiegend in handwerklicher Serienfertigung. Aus gedämpften Holzstämmen wurden dünne Furniere geschält, kreuzweise verleimt und zu stabilem Sperrholz gepresst. Daraus fertigte man die Schachtelkörper, die durch erneutes Dämpfen in ihre runde oder ovale Form gebracht wurden. Boden und Deckel wurden separat hergestellt, verleimt und anschließend je nach Ausführung geschliffen, lackiert oder mit dekorativem Papier bezogen.
© Michael Höhme, "Traditions- und Förderverein Lessing-Gymnasium Döbeln" e.V.
Quellen:
Pressausschuss für das Heimatfest (Hrsg.): Aus der Heimat. Festschrift zum Heimatfest. Döbeln 20.-22. Juni 1914, S. 91
Stockmann, Gottfried: Die Stadt Döbeln als Standort der Industrie. Borna Leipzig 1928, S. 88f.
Bildnachweis:
* Foto KI-gestützt restauriert
** Darstellung KI-generiert
Alle Abbildungen/Fotos ohne Vermerk stammen aus der „Sammlung Döbeln“ von Michael Höhme.
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