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Hightech unter der Erde: Amiblu Döbeln setzt neue Maßstäbe für grüne Rohrsysteme

Die Entstehung eines Branchenführers

Die Amiblu Germany GmbH in Döbeln ist ein führender deutscher Hersteller von hochwertigen Rohrsystemen, Formteilen und Schachtbau-Elementen aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK). Der sächsische Standort im Gewerbegebiet „Am Fuchsloch“ blickt auf eine lange Tradition in der Rohrproduktion zurück und ist fest in ein weltweit agierendes Netzwerk eingebunden. Die heutige Unternehmensstruktur entstand maßgeblich durch eine große internationale Fusion im August 2017. Damals schlossen sich die europäischen GFK-Sparten der österreichischen Wietersdorfer Gruppe, welche Inhaber der traditionsreichen HOBAS-Gruppe war, und der Saudi Arabian Amiantit Company als Joint Venture zusammen. Auf diese Weise wurden die Technologien und Marken von HOBAS und Flowtite unter dem neuen Namen Amiblu vereint. Das Werk in Döbeln selbst basiert auf den Kompetenzen der Vorgängergesellschaften Amiantit Germany GmbH und Amitech Germany GmbH und ist seit 1993 in der Region aktiv.

Investitionen in Mensch und Umwelt
Innerhalb der weltweit tätigen Amiblu-Gruppe, die insgesamt rund 1.500 bis 1.800 Mitarbeiter beschäftigt und in über 125 Ländern aktiv ist, nimmt die Niederlassung in Döbeln eine zentrale Rolle ein. Gemeinsam mit dem Werk in Trollenhagen bildet sie die beiden deutschen Produktionsstätten des Konzerns. Laut der Döbelner Stadtentwicklungsplanung sind am Standort rund 217 Mitarbeiter beschäftigt. Das Werk hat sich als Spezialist für Rohrsysteme im Wasser-, Abwasser- und Industriesektor etabliert. Der Fokus liegt dabei ganz auf der Herstellung von nachhaltigen Produkten zur ökologischen Wassernutzung, die sich durch eine hohe Korrosions- und Chemikalienbeständigkeit auszeichnen. Um die Produktion modern und umweltfreundlich zu gestalten, wird kontinuierlich in den Standort investiert. Ein Beispiel hierfür ist ein im Jahr 2024 neu installierter, umweltfreundlicher Metox-Reinigungsofen, der mithilfe von Sauerstoffkontrolle und einem beschleunigten Kühlsystem die Produktionswerkzeuge effizient reinigt.

Präzision unter Hochdruck: Verfahren und Einsatzbereiche
Technologisch zeichnet sich das Unternehmen durch die Nutzung von zwei Kernverfahren aus: dem Schleuderverfahren und dem Wickelverfahren. Für die Produktion werden im Wesentlichen ungesättigte Polyesterharze, geschnittene Glasfasern und mineralische Verstärkungsstoffe verwendet. Beim HOBAS-Schleuderprozess wird das Material in einer rotierenden Matrize mit einer Beschleunigung von bis zu 75g gegen die Außenwand gepresst, wodurch ein extrem verdichtetes, gleichmäßiges und verformungsstabiles Duroplast-Rohr mit hoher Längsdruckfestigkeit entsteht. Dank dieser Verfahren können neben kreisrunden auch nicht-kreisrunde Profile gefertigt werden. Die Einsatzgebiete der GFK-Rohre sind vielfältig und reichen von Trinkwasser- und Abwasserleitungen über den Hochwasserschutz bis hin zu industriellen Applikationen und Wasserkraftwerken. Dabei überzeugt das System auch durch seine Flexibilität bei der Installation, da die Rohre sowohl im offenen Graben, oberirdisch, im Wasser als auch grabenlos durch Vortrieb oder Relining verlegt werden können.

Quellen:
Amiblu Holding GmbH (Hrsg.): Webseite des Unternehmens. URL: https://www.amiblu.com/de/ueber-uns/ (06.06.2026)
Hoyer, Jens: Amiblu-Rohre taugen nicht nur für Abwasserleitungen. In: Döbelner Anzeiger. 22.08.2024

Bildnachweis:
Alle Abbildungen/Fotos ohne Vermerk stammen aus der „Sammlung Döbeln“ von Michael Höhme.