Sie sind hier: Startseite » Alte Ansichten

VEB Landmaschinenbau "Rotes Banner"

  • 1948 wird das Unternehmen mit 400 Mitarbeitern dem VVB Landmaschinen- und Traktorenbau Leipzig zugeordnet und erhält den Namen VEB Landmaschinenbau "Rotes Banner" Döbeln. Die Franz-Richter-Straße heißt fortan Industriestraße.
  • Haupterzeugnisse sind in den 1950er Jahren der Schleuderradroder "Sausewin" für den Gespannzug und der Zapfwellenroder E 641 für den Traktorzug. 1954 verpflichtet sich der Betrieb "zu Ehren des IV. Parteitages der SED" 35 Gespann-Kartoffelroder und zwei Zapfwellen-Kartoffelroder über Plan herzustellen. Im Rahmen der Massenbedarfsgüterproduktion werden Rohrzangen und Schlittschuhe produziert.
  • 1955 wird ein Sozialgebäude mit Küche, Speiseraum und Bädern für die Belegschaft errichtet.

Der alte Speisesaal mit Küche ist im Jahr 2023 nur noch eine Ruine. In den 1980er Jahren gingen hier auch die Oberschüler der Erweiterten Lessing-Oberschule essen. Messer, Gabel und Löffel wurden in einer Bestecktasche mitgebracht.

Kindergarten Rößchengrund, 2023
  • 1957 öffnet in einer Villa in der Roßweiner Straße der neue Kindergarten "Rotes Banner" als Gemeinschaftswerk der Döbelner Betriebe VEB Decenta, DBM, VEB Rohtabak und des VEB Landmaschinenbau "Rotes Banner".
  • Ingenieur Kurt Naumann konstruiert für den Geräteträger RS 09 "Maulwurf" einen selbstfahrenden hydraulischen Lader, der in mehr als 15 Länder exportiert wird.
  • 1962 wird im Betrieb ein polytechnisches Kabinett für Maschinenkunde für Schüler der 8. Klasse übergeben.
  • "Unerschöpfliche Reserven" lautet der Beitrag des DDR-Fernsehens am 23. Januar 1962 , in dem 20 Minuten über den VEB "Rotes Banner" berichtet wird.
  • Der Betrieb ist 1965 mit dem Universallader "Empor" auf der Leipziger Messe vertreten.
  • 1967 schafft die Schließung der werkseigenen Gießerei die Voraussetzungen zur Erhöhung der Produktion von Ladern.
  • 1968 beginnt in einer neuen Produktionshalle die Baugruppenfertigung für den hydraulischen Schwenklader T 157/2. Noch im selben Jahr verlässt der 1000 Schwenklader die Montagestrecke.
Bedienanweisung für den T 157/2 aus dem Jahr 1970. Nachfolgende verschiedene Komponenten, die deutlich machen, warum der T 157/2 als Universallader bezeichnet wird.
  • 1969/70 wird auf dem Gelände des ehemaligen Kohlenhofs eine neue Montagehalle gebaut. Am 20. Oktober 1969 setzt ein Hubschrauber vormontierte Teile der Entstaubungsanlage auf dem Dach des Produktionsgebäudes ab.
  • Der Betrieb hat 1970 600 Mitarbeiter. Er wird dem "VEB Weimar - Kombinat Landmaschinen" zugeordnet. Es kann eine Steigerung der Produktion erreicht werden. Vom Lader T 157 werden statt 1670 nunmehr 2670 Stück hergestellt.
  • 1970 wird das Areal und das Gebäude der Fensterbaufirma Emil Putz gekauft (Rößchengrundstraße 6). Es wird bis 1972 zur Lehrwerkstatt ausgebaut.
  • 1972 wird der Betrieb an das Kombinat Fortschritt Neustadt angegliedert. Es beginnt die Produktion der Baugruppen Querfördereinrichtung und der Kabine für den selbstfahrenden Rübenrodelader KS-6.

(1) Montage der Kabinen für den KS-6 (1975) / (2) Montage der Querförderanlage zum KS-6 (1974)

Zuschnitthalle, 1970er Jahre
  • 1975 baut man eine Materiallagerhalle. Betriebe in Großschirma, Großvoigtsberg, Frankenberg, Reichenbach und Neuensalz werden angegliedert. In dem Firmenverbund sind 1000 Personen beschäftigt. 1976 kommt noch ein Betriebsteil in Nauenhof dazu.
  • 1979 löst man den VEB Weimar Kombinat auf und ordnet das "Rote Banner" dem Kombinat Fortschritt zu. Mit der Baugruppenproduktion für den Rübenrodelader wird der Betrieb unter die Leitung des Bodenbearbeitungsgerätewerks Leipzig gestellt.
  • In den 1980er Jahren baut man das Produktionsprogramm "Fahrerkabinen" aus und entwickelt ein Kabinenbaukastensystem für die Erzeugnisse des Kombinats Fortschritt.
  • 1981 beginnt man mit der Produktion des Saatbeetbereitungsgeräts B 601.
  • 1982 versendet der Betrieb die 30 000. Baugruppe Querförderer und Kabine für den selbstfahrenden Rübenrodelader KS 6 in die Sowjetunion. Die Kombine wird seit 10 Jahren im Komplexprogramm des RGW in Gemeinschaftsarbeit zwischen der UdSSR, Bulgarien und der DDR produziert.
Typenschild eines Pfluges aus dem VEB Landmaschinenbau „Rotes Banner“ Döbeln im Kombinat Fortschritt Landmaschinen, Original uploaded by Florian-schäffer (Transfered by LutzBruno), CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>
  • 1983 startet die Produktion von Fahrerkabinen für die Traktorbaureihen ZT 320 und ZT 323.
  • 1985 wird der Betrieb unter dem Namen "VEB Landmaschinen- und Dämpferbau Rotes Banner Döbeln" mit dem VEB Dämpferbau Lommatzsch zusammengeschlossen.
  • 1987 wird die Jubiläumszahl von 50 000 produzierten Baugruppen Querförderer und Kabine für den KS-6 erreicht. Wegen des Einsatzes qualitätsgeminderter Braunkohle muss ein 60 Meter hoher Schornstein gebaut werden.
  • 1989 hat das Unternehmen 1200 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Umsatz von ca. 175 Mio. Mark. In Döbeln stellen 650 Mitarbeiter Baugruppen für den Rübenrodelader und die Stallarbeitsmaschine sowie Fahrerkabinen her. In Lommatzsch produzieren 460 Mitarbeiter Dämpftechnik, Kartoffelaufbereitungsmaschinen und Gurtbandförderer. In den Betriebsteilen Neuensalz und Nauenhof werden Dünger- und Straßensalzstreuer hergestellt.

Matec GmbH

  • Entsprechend des Treuhandgesetzes der DDR § 15 erfolgt die Umwandlung in eine GmbH. Aus dem VEB Landmaschinen- und Dämpferbau "Rotes Banner" Döbeln wird am 17. Juni 1990 die Matec GmbH. Kabinen- und Stahlbau werden fortgeführt. Die Firma investiert 3,5 Mio. DM in eine Kataphorese-Tauchlackierungs-Anlage.
  • Das Unternehmen wird 1994 von der Salzgitter Maschinenbau AG (SMAG) übernommen.
  • 2004 beschäftigt der Betrieb noch 110 Mitarbeiter und wirbt damit, "Europas größter Hersteller von Aluminiumkabinen" zu sein. Die Kabinen werden auf Mobikkränen von Grove und Liebherr, auf Baggern von Atlas und Komatsu sowie auf Radladern von Hanomag verbaut. Sie werden "steckerfertig" ausgeliefert.
  • Im Jahr 2018 übernahm die finnische MSK Group das Unternehmen von der SMAG.

MSK Matec, 2023