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Metall- und Lackwarenfabrik Johannes Großfuß

  • Mit der Gründung einer kleinen Fabrik in der Sörmitzer Straße führt Johannes Großfuß 1869 in Döbeln die Blechwarenfabrikation ein.
  • 1875 wird der Unternehmenssitz in den Westen der Stadt an die Kleinbauchlitzer Straße verlegt. Auf dem Burgstadl wächst die Firma. Zwischen der heutigen Grimmaischen Straße, der Burgstraße und der Reichensteinstraße werden zahlreiche Fabrikgebäude errichtet.
  • Unter dem Namen "Metall- und Lackwarenfabrik Johannes Großfuß" werden "feine lackierte Wirtschaftsartikel wie Vogelkäfige, Ofenschirme und Kohlenkästen in prachtvoller Ausführung, bessere Haus und Küchengeräte, Waschtische, Bidets" hergestellt.
  • Als der Firmengründer Johannes Großfuß 1915 mit 72 Jahren stirbt, wird sein Sohn Curt Großfuß alleiniger Inhaber.
  • Curt Großfuß errichtet 1918 eine Stiftung für Beamte und Arbeiter der Firma in Höhe von 50 000 Mark.
  • 1937 erhielt die Firma vom Heereswaffenamt als eines von drei Unternehmen den Auftrag zur Weiterentwicklung des MG 34.
  • Ingenieur Werner Gruner entwarf mehrere Versuchsmodelle als MG 39.
  • Vom Modell 39/41 wurden rund 1500 Stück zur Erprobung gefertigt und eine nochmals verbesserte Variante dann als MG 42 eingeführt und zum Teil von Großfuß produziert.
  • Die Produktionsstätte in Döbeln befand sich in einem Komplex, dessen Kopfgebäude, der "Rotunda-Bau", 1938 nach Entwurf des Architekten Wilhelm Kreis ausgeführt wurde.
  • Für die Entwicklung des MG 34 erhält Dr. Ing. Werner Gruner das Kriegsverdienstkreuz II. Klasse.
  • 1942 errichtet die Firma einen Fabrikneubau zur Produktion des Maschinengewehrs 42 und der Maschinenpistole 45.
  • In Dresden erhält Dr. Werner Gruner bei einer Zusammenkunft der Betriebsführer und Betriebsobmänner der sächsischen Musterbetriebe und Kriegsmusterbetriebe vom Gauleiter den "Silbernen Dr.-Fritz-Todt-Preis".
  • Am 16. Juni 1946 stirbt der 72-jährige Curt Großfuß nach einem Unfall beim Aufspringen auf einen anfahrenden Autobus der Döbelner Straßenbahn AG am Käthe-Kollwitz-Platz (heute Wettinplatz).
  • 1946 wird Dr. Ing. Werner Gruner genötigt in die Sowjetunion überzusiedeln. Sein Wissen als Rüstungsexperte soll hier genutzt werden.
Kopfbau der Fabrik Johannes Großfuß an der Ecke Grimmaischen Straße / Burgstraße mit der bekannten Rotunda. Diese Gebäude überdauerten die Zeiten. Das Foto mit dem Namenszug des Firmengründers wurde zwischen 1938-1945 aufgenommen.